Pizolbahnen räumen bei Skiareatest mehrere Preise ab

30.06.2022

Skiareatest ist ein internationaler Skigebietstest. Am Freitag, 10.06.22 wurden in Gstaad im Berner Oberland zum 27. Mal Awards und Gütesiegel vergeben. Die Pizolbahnen holten sich dabei gleich sechs der begehrten Auszeichnungen, darunter den Gesamtsieg «Skiareatestsieger Schweiz».

Der Skiareatest ist in der Bergbahn- und Tourismusbranche so etwas wie der Gault Millau für den Gourmetbereich. Statt Punkte gibt es in verschiedenen Kategorien Gütesiegel in Gold, Doppel- oder gar Triplegold. Analog dem Gault Millau sind anonyme Tester in den  Skigebieten unterwegs und bewerten die Angebote. Zur 27. Award-Verleihung hatte die Skiareatest-Organisation unter der Leitung von Klaus Hönigsberger am Freitag nach Gstaad eingeladen. Auf dem Eggli, wohin seit 2019 eine Zehner-Gondelbahn im Porsche-Design aus dem Hause Bartholet in Flums führt, versammelte sich eine internationale Schar Seilbahn- und Tourismusvertreter. Dass man sich in der Branche kennt, wurde bereits beim Apéro ersichtlich. Ein begehrter Gesprächspartner war beispielsweise der ehemalige österreichische Skirennläufer Fritz Strobl, seines Zeichens Doppelolympiasieger und Weltmeister sowie immer noch Streckenrekordhalter auf der legendären Streif-Abfahrt in Kitzbühel.

Der Grund für den «Sarganserländer», an dieser Preisverleihung teilzunehmen, war ein aus regionaler Sicht höchst erfreulicher – die Pizolbahnen wurden in nicht weniger als sechs Kategorien ausgezeichnet. Originell und individuell gestaltete Kristalle gab es für den «Skiarea Schweiz Gold» (das ist der Gesamtsieg unter allen Schweizer Skigebieten), dann für das «freundlichste Bahnpersonal» und das «beste Kinderangebot». Pizolbahnchef Klaus Nussbaumer durfte sich über den Award «Seilbahner des Jahres» freuen und Ralph Schneider über die «Pistenleitertrophy». Schliesslich gabs noch die «Beschneiungstrophy Gold». Und zwei Gütesiegel (Pisten, Schlittelbahn).

Immer eine Teamleistung

Nussbaumer zeigte sich bei der Preisverleihung «überwältigt von dieser Ehrung ». Er erinnerte daran, dass der Erfolg bei einem Bergbahnunternehmen nie eine Einzel-, sondern immer eine Teamleistung sei. Die «Flut an Auszeichnungen» gehe deshalb an alle 107 Beschäftigten bei den Pizolbahnen, so Nussbaumer bei der Verdankung der Preise. Skiareatest-Erfinder Hönigsberger meinte gegenüber dem «Sarganser-länder», dass er den Pizolbahnen vor ein paar Jahren habe sagen müssen: Da ist noch Luft nach oben. Seither habe das Unternehmen «Unglaubliches geleistet». Die Pistenqualität befinde sich auf internationalem Niveau, aber auch im Bereich Sicherheit (Absperrungen) seien die Pizolbahnen europäisch betrachtet ganz zuvorderst dabei. Freude zeigte Hönigsberger ferner bezüglich der Familienfreundlichkeit der Pizolbahnen – beim Kinderangebot habe sich das Unternehmen ebenfalls enorm gemausert in den vergangenen Jahren. Dass sich der Skiareatest 2021/22 nicht derart international gestaltete wie in den Jahren davor, begründete Hönigsberger mit Corona. Standen diesmal vor allem österreichische und Schweizer Bergbahnen im Fokus, sind es üblicherweise auch solche aus Deutschland, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Polen, Italien (Südtirol). In den 27 Jahren seines Bestehens gingen Skiareatest-Awards an insgesamt 429 Bergbahnunternehmen, davon rund 50 in der Schweiz.

Etliche Herausforderungen

Heinz Brand, Verwaltungsratspräsident der gastgebenden Bergbahnen Destination Gstaad, zu der auch die Eggli-Bahn gehört, ging in seinem Willkomm auf die mannigfachen Herausforderungen im Tourismus ein. Das habe nicht zuletzt das Saanenland selber erleben müssen mit einer umfassenden Sanierung (und Zusammenlegung) der dortigen Bergbahnen. Jetzt sei man wieder gut unterwegs. Der ehemalige Bündner Grossrat Leo Jeker – er ist Ehrenpräsident von Skiareatest – lobte die Leidenschaft und Innovationskraft der Branche.

Sarganserländer, Artikelausgabe 13.06.22 von Hans Bärtsch